Neue Weichen für Trix Express? jain!

Bei der Gestaltung eines neuen Layouts sind wir Trix-Expresser ziemlich eingeschränkt. Denn was steht uns wirklich zur Verfügung?

  • gerade Schienen,
  • gebogene Schienen in R1 und R2,
  • Einzelweiche in R1 in 24 oder 30 Grad über einen R1-Krümmer von 6 Grad
  • 30-Grad-Kreuzung
  • Doppelter sogenannter englischer Schalter von 30 Grad
  • Bogenweiche von R1 nach R2.

Und das ist es also …

Ja, mit viel Bastelarbeit kann man Flexschienen selber machen, ist aber pro Meter recht teuer..

Wer in einem relativ kleinen Haus wohnt, ist bald auf R1 und R2 beschränkt und die minimale Auswahl an Weichen nervt weiterhin.

Beim Anpassen meiner Pendelstrecke stieß ich erneut auf dieses Problem.

In Weichenstraßen versuche ich mit minimalem Platzbedarf den bestmöglichen Lauf meiner Züge zu erreichen. Güterzüge sollten vorzugsweise über eine gerade stehende Weiche in einen Komplex einfahren und ihn möglichst auf demselben Weg wieder verlassen.

Bei einem Pendelgleis ist es sehr schön, wenn der „Schienenbus“ über eine gerade stehende Weiche einfährt und über eine Kurvenlage leise ausfährt. Da es einen Pendelverkehr gibt, also Gegenverkehr, fähren damit alle Zügen  IMMER über eine gerade stehende Weiche das Gelände ein! Das funktioniert richtig gut!

Aber bei meiner Arbeit war ich in der Tiefe ein paar Zentimeter zu kurz gekommen, so rätselhaft!

So kam ich plötzlich auf die Idee, die lange Gerade aus der Standardweiche ein zu kurzen, weil sie sich das entfernte Stueck als fast identisch mit unserer kürzesten Geraden herausstellte, Nr. 4308, Länge 47 mm. Der Unterschied ist in den Bildern 1-2 und 3 deutlich zu erkennen. Der Abstand zwischen der Mittelschiene ist von 71 auf 57 mm zurückgegangen! Kurz gesagt, es spart fast die Breite einer Schiene!

 

Figur 1

Figur 2

Es stellte sich heraus, dass der gleiche Trick in mehreren Positionen anwendbar ist, solange keine S-Kurve oder eine Linkskurve von der kürzeren Geraden gemacht wird.

Figur 3

Der „Durchgangsbahnhof“ ist nun wie folgt aufgebaut:

Von der Weiche ganz links bis „Geradeaus“ verlaufen 3 gerade Gleise in voller Länge (Nr.: 4304) und schließen dort an den 24 Grad gebogenen Punkt der Weiche rechts an.

Auf der gebogenen Seite des linken Weiche wird ein R2 von 24 Grad, gefolgt von 3x 4307 und 1x 4303 plus 1x R1 von 24 Grad, nr. 4314. Und das passt super, nirgendwo auch nur das geringste Spiel, einfach schön und fest! Dadurch entstand eine Überholstation mit schönen engen Nebengleisen!

Eine zweite Anwendung war der Bau einer Rangieranlage, bei der die Weichen alle gerade verlaufen und die Abstellgleise nach links abknicken.

Ergebnis? Sie gewinnen nicht weniger als 32 mm pro Schalter, d.h. mit dem 4e eingestellten Weiche können Sie fast einen zusätzlichen Weiche hinzufügen. Aber auch optisch ist es viel schöner; die umgelenkten Bahnen verlaufen schön aneinander, fast wie im echten Leben!

Arbeitsauftrag für diese Anpassung:

1: Zeichnen Sie die richtige Stelle ein, an der gekürzt werden soll. Die orange Linie ist am einfachste, aber die gelbe Linie ist auch möglich.

2: Schiene-1, Mittelschiene und Schiene-2 ​​nacheinander mit einer Trennscheibe durchtrennen.

Tipp: Schleifscheibe gerade halten, also parallel zum Gleis, nicht schwenken sondern gerade und in 1x direkt durchschleifen, sonst bekommt man was man sieht auf die rechte Schiene! Wenn Sie die Schleifscheibe lieber etwas mehr „in der Weiche“ halten möchten, geht der Sägeschnitt nach unten. Mit einer Feile und/oder Sandpapier glatt streichen.

3: Die Schienen sind mit sogenannten schwarzen Schienenschuhen aus Kunststoff an den Schwellen befestigt. Sie müssen es L und R an der ersten Schwelle um die Schiene herum abschleifen, bis es mit der Schwelle selbst bündig ist. Dort liegt die blanke Schiene nun frei. Dann den Grat und etwas material unter der bearbeiteten Schwelle mit einem scharfen Hobbymesser abschneiden, denn hier kommt der Schienenverbinder unter und muss hineingleiten können!

4.Mittelschiene und Verbinder bearbeiten: Wenn Sie an der gelben Linie zugespitzt haben, ist die Befestigung der Mittelschiene an der Schwelle gerade noch intakt.

Zuerst die Stirnfläche glatt feilen und dann die Öffnung etwas weiter aufbiegen.

5.Nun muss der Mittelschienenverbinder selbst bearbeitet werden. Fig. 6 gibt einen Überblick, obwohl die Bearbeitung noch nicht abgeschlossen ist!

Verbinder kürzen: Stecken Sie ein dünnes Stück Metall in den Schlitz dieses Verbinder und spannen Sie das Ganze in den Schraubstock. Nicht überdrehen! Schleifen oder feilen Sie nun den Verbinder schmaler bis zur gelben Linie. Die Lasche an der roten Linie muss unberührt bleiben!

Um den Verbinder richtig in die Mittelschiene zu bekommen, muss die Mittelschiene bauseits etwas verbreitert werden, genauso wie die ursprüngliche Lage. (Fig.:7) Sie müssen auch einen kleinen Schlitz in der Mitte der Schwelle machen, wo die Lasche in die Mittelschiene gleiten soll.

Alles gemacht? Schieben Sie dann die Lasche mit einer Zange wieder in die Mittelschiene.

 

 6.Ihre Weichen sehen jetzt so aus: Fig.:8

Wie Sie sehen können, sieht es ein bisschen wie ein schlanker Weiche aus, aber der Winkel beträgt immer noch 24 Grad! Sie können den Weiche jetzt anders anwenden, mit mehr Möglichkeiten als zuvor.

Wenn Sie die Weiche noch weiter bearbeiten möchten, gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Der gebogene Teil kann auch so bearbeitet werden, indem Sie bis zum Eckstück gehen, also 4 Schwellen entfernen. Damit haben Sie die Krümmung der Weiche um ca. 5 Grad reduziert. Mit nur 3x 6-Grad-Stücken können Sie dann in Ihrem Rangierbahnhof die Gleise schön parallel zueinander verlaufen lassen! Denken Sie jedoch daran, dass Sie das Metallstück das die Schienen elektrisch verband auf der Unterseite des Weiche entfernt haben,; das sollte jetzt durch einen Draht ersetzt werden!

Sie sehen, mit etwas Geschick lassen sich aus unseren Weichen doch extra Varianten herstellen, die das Leben eines Trix Expressers deutlich glücklicher machen!

John Schilperoort. 

Figur 4

Figur 5

Figur 6

Figur 7

Figur 8